Qualitätssicherung im Betrieb

Stand der Technik: Qualitätssicherungsnormen für die Klebtechnik

Heute wird im Produktsicherheitsrecht der Stand der Technik123 gefordert. Dieser allein ist im Produktsicherheitsrecht verbindlich4, also folglich auch für geklebte Produkte. Die klebtechnischen Qualitätssicherungsnormen DIN 2304 (für den Einsatz der Klebtechnik allgemein in Industrie und Handwerk) DIN 6701 (für den Einsatz der Klebtechnik im Schienenfahrzeug) beschreiben aus diesem Grund den Stand der Technik für die Organisation klebtechnischer Prozesse, d.h. sie kodifizieren den Stand der Technik für die Umsetzung der Klebtechnik4 und sind folglich verbindlich. Betriebe, die für ihre klebtechnische Fertigung eine Betriebszertifizierung nach einer dieser Normen nachweisen, dokumentieren damit, dass sie nach dem rechtlich verbindlichen Stand der Technik die Klebtechnik in ihrem Umfeld einsetzen und ihr Personal normgerecht klebtechnisch qualifiziert haben.

1          etwa gemäߧ 14 Abs.1 Nr. 3 und Abs. 2 Satz GPSG

2          Art. 3 Abs. 3 e der Produktsicherheitsrichtlinie

3          Anhang I Allgemeine Grundsätze Nr. 3, Anhang IX Nr. 9.2 sowie Erwägungsgrund 14 der Maschinenrichtlinie

4          Prof. Dr. Thomas Wilrich, Was bedeutet „Stand der Technk“?, CE INFO Service, Ausgabe Nr. 05 –

            05-2010, © IBF GmbH – www.ibf.at

 

DIN 2304 „Klebtechnik – Qualitätsanforderungen an Klebprozesse“

Basis der DIN 2304 ist die DIN EN ISO 9001. Die DIN 2304 konkretisiert die DIN EN ISO 9001 und legt den im Produktsicherheitsrecht verbindlichen Stand der Technik  für die fachgerechte Umsetzung klebtechnischer Prozesse fest. Sie fixiert sowohl die Anforderungen an eine qualitätsgerechte Ausführung von Klebverbindungen als auch die allgemeinen organisatorischen, vertraglichen und fertigungstechnischen Grundlagen für die Herstellung klebtechnischer Verbindungen.

Die DIN 2304 umfasst folgende Kernelemente:

  • Klassifizierung der Klebungen nach Sicherheitsanforderungen
  • Einsetzung von Klebaufsichtspersonal (KAP)
  • Nachweisführung: Beanspruchung < Beanspruchbarkeit
  • Betriebszertifizierung nach DIN 2304

DIN 6701 „Kleben von Schienenfahrzeugen und -fahrzeugteilen“

Basis der DIN 6701 für den Schienenfahrzeugbau ist die DIN EN ISO 9001. Die DIN 6701 konkretisiert die DIN EN ISO 9001 und legt den im Produktsicherheitsrecht verbindlichen Stand der Technik für die fachgerechte Umsetzung klebtechnischer Prozesse im Schienenfahrzeugbau fest. Sie fixiert sowohl die Anforderungen an eine qualitätsgerechte Ausführung von Klebverbindungen als auch die allgemeinen organisatorischen, vertraglichen und fertigungstechnischen Grundlagen für die Herstellung klebtechnischer Verbindungen im Schienenfahrzeugbau.

Die DIN 6701 umfasst folgende Kernelemente:

  • Klassifizierung der Klebungen nach Sicherheitsanforderungen
  • Einsetzung von (verantwortlichem) Klebaufsichtspersonal – (v)KAP
  • Nachweisführung: Beanspruchung < Beanspruchbarkeit
  • Betriebszertifizierung nach DIN 6701

Mittlerweile sind Schienenfahrzeugbetriebe rund um die Welt nach DIN 6701 zertifiziert - Tendenz steigend.

Betriebszertifizierungen gemäß DIN 2304 und DIN 6701

Die DIN 2304 und die DIN 6701 verschaffen Anwenderbetrieben die Möglichkeit, sich gemäß dieser Norm zertifizieren zu lassen. Die Betriebszertifizierung nach DIN 2304 bzw. DIN 6701 verschafft dem Betrieb gegenüber Auftraggebern und (Aufsichts-)Behörden den Vertrauensvorschuss, Klebungen grundsätzlich nach dem rechtlich verbindlichen, derzeitigen Stand der Technik fachgerecht auszuführen.

Betriebszertifizierung nach DIN 2304 bzw. DIN 6701 dokumentieren, dass der Anwenderbetrieb sich auch in den Zeiten zwischen Erst-Zertifizierung, Überwachungsaudit und Re-Zertifizierungen nach den in den Normen festgelegten Regularien klebtechnisch arbeitet.

Betriebszertifizierungen werden von Zertifizierungsstellen durchgeführt, die von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) nach DIN EN ISO/IEC 17065 offiziell für Zertifizierungen nach DIN 2304 und DIN 6701 akkreditiert sind.