Klebfachkraft

NACH RICHTLINIEN DVS® / EWF 3301 UND EWF 516 --- LEHRGANG WIRD NACH DIN 2304 UND DIN 6701 ANERKANNT.

Die Ansprüche an moderne Produkte steigen stetig. Zunehmend müssen Bauteile kleiner, leichter und schneller werden und auch ökologische und ökonomische Anforderungen erfüllen. Die Klebtechnik (KT) ist in der Lage, die Metalle, Faserverbundkunststoffe, Legierungen oder Keramiken zu leistungsfähigen Verbundsystemen zu kombinieren. Zudem lassen sich durch den Klebstoff über das bloße Verbinden hinaus etwa Schwingungsdämpfung, Abdichtfunktionen und Korrosionsschutz integrieren.

Dreiwöchiger Kurs für industrielle Anwender der Klebtechnik mit anleitender Funktion

Um aus den Vorteilen der Klebtechnik allerdings auch in der industriellen Praxis Wettbewerbsvorsprünge zu realisieren, bedarf es einer fachgerechten Anwendung durch qualifiziertes Personal. Fachleute müssen die Besonderheiten der Fügetechnik Kleben kennen und verstehen. Ohne spezielle Kenntnisse kann es in der industriellen Anwendung der Klebtechnik zu schwerwiegenden Fehlern kommen. Fehlende oder unzureichende Oberflächenbehandlung, falsche Klebstoffauswahl, unsachgemäße Klebstoffverarbeitung und Nichtbeachtung der Konstruktionsregeln beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit von Klebverbindungen. Die Qualitätssicherung steht daher an erster Stelle. Das Fraunhofer IFAM bietet daher den dreiwöchigen Kurs „Klebfachkraft“ an, der Meistern des Handwerks oder der Industrie, Technikern oder betrieblichen Facharbeitern mit abgeschlossener Berufsausbildung und anleitender Funktion erlaubt, ihre qualifizierte technische Ausbildung um fundierte Kenntnisse im Bereich Klebtechnik zu erweitern.

Zielgruppe

Angesprochen werden Mitarbeiter von Klebstoffanwendern aus Industrie und Handwerk, Klebstoffherstellern sowie des Klebstoffhandels und Prüf- und/oder Qualitätssicherungspersonal.

Qualifizierungsziele

Die Teilnehmer werden für den Einsatz in der betrieblichen Fertigung und Produktentwicklung qualifiziert. Sie sind nach erfolgreichem Abschluss des Lehrgangs befähigt, Arbeitsanweisungen zu erstellen und Mitarbeiter sowie Klebpraktiker klebtechnisch in Theorie und Praxis anzuleiten. Klebarbeitsvorgänge können von ihnen geplant, organisiert und überwacht, Prozessparameter kontrolliert und gegebenenfalls variiert werden. Sie sind in der Lage, Unregelmäßigkeiten in der Fertigung zu erkennen und darauf zu reagieren. Die erfolgreich abgelegte Prüfung dient als Befähigungsnachweis und qualifiziert dazu, in einem Unternehmen die Aufgaben und Befugnisse der verantwortlichen Klebaufsichtsperson (nach DIN 6701-2 bzw. Richtlinien DVS® 3310 und 3311) zu übernehmen.

Ausführliche Informationen

Dauer

120 Std. (Drei einwöchige Lehrgänge mit unterschiedlichen Schwerpunkten)

Lehrgangsgebühren

Die aktuellen Lehrgangsgebühren finden Sie, wenn Sie bei "Termine und Anmeldung" auf den entprechenden Kurs klicken.

Termine und Anmeldung

 

Deutschprachige Lehrgänge

Die Lehrgänge finden in verschiedenen Kursstätten statt:
HB = Bremen, HH = Hamburg, UL = Ulm


EAS-HB-4-17 (ausgebucht)
Woche 1    09.10. - 13.10.2017
Woche 2    06.11. - 10.11.2017
Woche 3    20.11. - 24.11.2017

EAS-HB-1-18
Woche 1    11.12. - 15.12.2017
Woche 2    15.01. - 19.01.2018
Woche 3    29.01. - 02.02.2018

EAS-HB-2-18
Woche 1    12.02. - 16.02.2018
Woche 2    26.02. - 02.03.2018
Woche 3    16.04. - 20.04.2018

EAS-HH-1-18
Woche 1    14.05. - 18.05.2018
Woche 2    28.05. - 01.06.2018
Woche 3    11.06. - 15.06.2018

EAS-UL-1-18
Woche 1    23.07. - 27.07.2018
Woche 2    17.09. - 21.09.2018
Woche 3    19.11. - 23.11.2018

EAS-HB-3-18
Woche 1    20.08. - 24.08.2018
Woche 2    03.09. - 07.09.2018
Woche 3    17.09. - 21.09.2018

EAS-HH-2-18
Woche 1    27.08. - 31.08.2018
Woche 2    10.09. - 14.09.2018
Woche 3    24.09. - 28.09.2018

EAS-HB-4-18
Woche 1    15.10. - 19.10.2018
Woche 2    29.10. - 02.11.2018
Woche 3    19.11. - 23.11.2018

EAS-HH-3-18
Woche 1    22.10. - 26.10.2018
Woche 2    05.11. - 09.11.2018
Woche 3    26.11. - 30.11.2018

EAS-HB-1-19
Woche 1    10.12. - 14.12.2018
Woche 2    14.01. - 18.01.2019
Woche 3    27.01. - 01.02.2019

Englischsprachiger Lehrgang

EAS-E-1-18
Woche 1    04.06. - 08.06.2018
Woche 2    11.06. - 15.06.2018
Woche 3    18.06. - 22.06.2018

Inhalte

Grundlagen, Klebstoffe, Fügeteilwerkstoffe, Oberflächenbehandlung, Klebschichteigenschaften, Prüftechnik, Arbeitssicherheit und Umweltschutz

Zugangsvoraussetzungen

Beherrschung der Unterrichtssprache und abgeschlossene Berufsausbildung

Vorkurs

Der computergestützte Vorkurs behandelt Themen des Lehrgangs und wird jedem Teilnehmer vorab als Angebot online zur Verfügung gestellt. Das Lernprogramm ist entwickelt worden, um den Teilnehmern den Einstieg in die Theorie zu erleichtern und vorhandene Kenntnisse aufzufrischen. Diese moderne Vorbereitungsmethode ist zeit- und ortsunabhängig und ermöglicht eine an die individuellen Lernbedürfnisse angepasste Form der Vorbereitung auf die Präsenzphase.

Prüfungen

Jede Lehrgangswoche schließt mit einer schriftlichen Zwischenprüfung ab. Die praktische Prüfung findet in der zweiten Kurswoche statt. Der Gesamtlehrgang inklusive Abschlussprüfung muss innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten abgelegt werden, wobei die Voraussetzung für die Zulassung die regelmäßige Kursteilnahme ist.

Zertifizierung und Akkreditierung

DIN EN ISO 9001, DIN EN ISO/IEC 17025, DIN EN ISO/IEC 17024

Branchen

Schienenfahrzeugbau, Automotiv, Maschinen-und Anlagenbau, Transportmittelbau, Windkraft und andere

Grundlagen

Der Lehrgang beginnt mit einer Einführung in die Grundlagen der Klebtechnik. Dabei werden die Vorteile und die Grenzen der Fügetechnik „Kleben“ mit denen anderer Verbindungstechniken verglichen und ein Grundverständnis für die prinzipielle Funktionsweise von Klebstoffen sowie deren Eigenschaften geschaffen. Die herausragende Stellung der Benetzung für das Ergebnis des Klebeprozesses und ihre Beeinflussung durch eine Vielzahl von Parametern stehen dabei im Vordergrund.

Klebstoffe

Allein auf dem deutschen Klebstoffmarkt gibt es Tausende verschiedener Produkte. Die Palette reicht dabei von elastisch weichen Polyurethanen bis hin zu den hochfesten Epoxidharzen. Die Teilnehmer lernen die für die betriebliche Praxis wichtigsten Klebstoffarten kennen, erhalten einen Einblick in deren Eigenschaften und Unterschiede. Die Hinweise zur Verarbeitung – unterstützt durch den praktischen Umgang mit den verschiedenen Klebstofftypen – sind wichtiger Bestandteil der ersten Lehrgangswoche.

Fügeteilwerkstoffe

Der Kurs vermittelt Kenntnisse über den Aufbau und das Verhalten der Fügeteilwerkstoffe bei der Einwirkung von äußeren Kräften und Umwelteinflüssen. Dies hilft den Teilnehmern, Verformungen und Eigenschaftsänderungen des Klebschichten abzuschätzen, und leitet direkt zu den sich daraus ergebenden Anforderungen an die werkstoffspezifischen Oberflächenbehandlungen über.

Oberflächenbehandlung

Die Bedeutung des Zustands der Fügeteiloberflächen für den Klebprozess ist ein weiteres Thema des Klebfachkraftlehrgangs. In Theorie und Praxis werden den Teilnehmern die wichtigsten Methoden der Oberflächenbehandlung für verschiedene Werkstoffe nähergebracht. Dies reicht von der Reinigung der Fügeteiloberflächen über mechanische, physikalische und chemische Verfahren der Vorbehandlung bis hin zum Einsatz von Primern und Haftvermittlern.

Klebschichteigenschaften

Um die Eignung von Klebstoffen für ein bestimmtes Einsatzgebiet zu beurteilen, ist die Betrachtung des Verformungsverhaltens notwendig. Umgekehrt wiederum setzen die Faktoren, welche das Verformungsverhalten bestimmen, häufig die Grenzen für den Einsatz eines bestimmten Klebstoffsystems. Füllstoffe und aufgenommene Feuchtigekeit können das Verformungsverhalten ebenso beeinflussen wie die Temperatur und die Klebschichtdicke.

Prüftechnik

Qualität in der Klebtechnik bedeutet weit mehr als eine hohe Verbundfestigkeit nach der Aushärtung. Ebenso wichtige Faktoren sind Reproduzierbarkeit und Langzeitbeständigkeit. Die Notwendigkeit zerstörender Prüfverfahren zur Bestimmung der Qualität von Verbindungen wird anhand von Proben, die während des Lehrgangs von den Teilnehmern selbst angefertigt werden, demonstriert. Dabei werden die Grenzen der Übertragbarkeit von Ergebnissen aus Normversuchen auf das reale Bauteil deutlich.

Arbeitssicherheit und Umweltschutz

„Nicht-Wissen“ ist eine Hauptursache von Arbeitsunfällen. Der sachgerechte Umgang mit Klebstoffsystemen setzt daher ein umfangreiches Grundwissen über das spezifische Gefährdungspotenzial der eingesetzten Produkte voraus. Das gilt nicht nur für die Klebstoffe selbst, sondern auch für viele Hilfsstoffe, die zum Einsatz kommen.