Internationale Qualität im Leichtbau mit dem englischsprachigen Composite Engineer

3 Fragen an… Beate Brede über den internationalen Composite Engineer (CE)

Ein Schwerpunkt der Arbeiten des Weiterbildungszentrums Faserverbundwerkstoffe am Fraunhofer IFAM liegt in diesem Jahr unter anderem in der Internationalisierung der Weiterbildungen. Der internationale Composite Engineer, welcher in Kooperation mit zehn Instituten der Fraunhofer-Allianz Leichtbau entwickelt wurde, ist ein erster Schritt in diese Richtung. Er startet zum ersten Mal am 6. November 2019 und ist die Antwort auf eine verstärkte Nachfrage nach einem englischsprachigen Composite-Engineer-Lehrgang. Beate Brede, Leiterin des Weiterbildungszentrums Faserverbundwerkstoffe und Leiterin der Nachwuchsförderung am Fraunhofer IFAM, erklärt im Interview, was das Besondere am internationalen Composite Engineer ist, wie seine Struktur entstand und für wen sich die Weiterbildung eignet.

 

Frau Brede, was ist das Besondere am internationalen Composite Engineer?

Der internationale Composite Engineer ist ein Weiterbildungsprogramm, das den gesamten Produktlebenszyklus eines Faserverbundbauteils abbildet. Die Absolventen dieses Lehrgangs werden von der Fraunhofer-Personenzertifizierungsstelle gemäß den Vorgaben der DIN EN ISO 17024 zertifiziert. Ziel ist es, dass jeder, der die zertifizierende Prüfung ablegt, Kompetenzen nachgewiesen hat, die in einem Zertifizierungshandbuch festgehalten sind. Grundsätzlich soll der internationale CE also dieselben Inhalte vermitteln, wie es auch schon unser nationaler Composite Engineer tut: z.B. welche Komponenten können mit Faserverbundwerkstoffen umgesetzt werden, welche Vorteile bringt das mit sich und was muss darüber hinaus beachtet werden? Der nationale Composite Engineer findet auf Deutsch statt und richtet sich somit hauptsächlich an Firmen in Deutschland. Er besteht aus mehreren dreitätigen Modulen, die kleinteilig über das Jahr verteilt belegt werden können. Das Problem ist nun: Der internationale Composite Engineer richtet sich an Firmen auf der ganzen Welt – das Belegen einzelner, dreitägiger Kurse wird dann schwer. Wir mussten also den Aufbau des Kurses neu erarbeiten – inhaltlich und didaktisch.

 

Welche Struktur haben Sie dann entwickelt?

Im Gegensatz zu den dreitägigen Modulen im nationalen Composite Engineer werden die einzelnen Module des internationalen Composite Engineer in Blöcken von zweieinhalb bzw. drei Wochen angeboten. Die fünf Grundlagen- und Basismodule können innerhalb eines Blocks von zweieinhalb Wochen belegt werden. Hier wird vor allem das Fachwissen in den Bereichen Material, Fertigungsverfahren, Bearbeitung und Fügeverfahren vertieft. Von den insgesamt zwölf Aufbaumodulen müssen vier abgeschlossen werden. Diese werden in Blöcken von drei Wochen angeboten. Das Abschlussmodul findet an einem separaten Termin statt, um den Teilnehmern eine optimale Vorbereitung zu ermöglichen. Die Aufbaumodule haben wir in thematische Blöcke zusammengefasst, so können Teilnehmer mit unterschiedlichen Vorkenntnissen möglichst viele Module zeitnah kombinieren. Jeder kann also die Module belegen, die in sein Kompetenzprofil passen. Schön ist auch, dass wir im Zuge der neuen Struktur ganz neue Aufbaumodule entwickeln konnten. So können nun auch die Bereiche Multi-Material-Design, keramische Verbundwerkstoffe, kurzfaserverstärkte Kunststoffe und Produktionssystemgestaltung und Bewertungsmethoden belegt werden – natürlich dann auch im deutschen Format des Composite Engineer.

 

An wen richtet sich der internationale Composite Engineer?

Wie der deutschsprachige Composite Engineer richtet sich auch der internationale Composite Engineer an Ingenieure und Naturwissenschaftler aller Fachrichtungen und Branchen sowie qualifizierte Facharbeiter, die die Faserverbundtechnologie bereits einsetzen oder in Zukunft einsetzen wollen. Neu ist aber – wie der Name schon sagt – dass sich die Weiterbildung an internationale Unternehmen richtet, um so auch außerhalb von Deutschland Ingenieuren und Technikern dabei zu helfen, fachgerecht Leichtbau zu betreiben. Allgemein fehlt jedoch oftmals noch das Bewusstsein, welchen Nutzen Leichtbau wirklich hat und welche neuen Materialien es in diesem Bereich gibt. Deshalb haben wir zusätzlich zum englischsprachigen CE auch den ebenfalls internationalen Kurs Lightweight Professional entworfen. Dieser startet am 3. September 2019 und befasst sich mit Fragen wie »Was ist eigentlich Leichtbau? Was ist Leichtbau Design? Welche Leichtbau-Materialien gibt es?«. Und das Tolle daran ist: er kann mit dem CE verzahnt werden! Ein Grundlagenmodul des CE kann nämlich als Teil des Lightweight Professional angerechnet werden – und umgekehrt.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Mehr zum Lehrgang internationaler Composite Engineer

Anmerkung: Sie werden auf eine englischsprachige Seite weitergeleitet.

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